ist seit der Gemeindegebietsreform ein Ortsteil von

Jettingen-Scheppach

Geschichte einer schwäbischen Gemeinde:

"diu friehalde daz dorff", wie Freihalden 1363 genannt wird, ist das Beispiel einer mittelschwäbischen Rodungssiedlung, die im Spätmittelalter um 1350 in dem breiten Waldgürtel zwischen den Flüssen Mindel und Zusam planmäßig und schematisch angelegt wurde. Zwar unterscheidet sich das Dorf in seiner Entstehungsgeschichte grundlegend von den Altsiedlungen dieser Gegend - in der weiteren Entwicklung teilt es aber das Schicksal und den Werdegang des alten Herrschaftsbereichs von Eberstall und Jettingen, von wo aus die Ortsherren von Knöringen, vom Stain und von Stauffenberg über Freihalden geboten. 

Rund 500 Jahre stand der Ort, der von jeher Lehen von Bischof und Hochstift Augsburg war, unter der Landeshoheit der vorderösterreichischen Markgrafschaft Burgau, bis er 1806 dem neuen Königreich Bayern einverleibt wurde.  Im Dreißigjährigen Krieg durch Pest, Hunger und Zerstörung völlig verödet, wurde das Dorf erst allmählich wieder von Einwanderern aus dem alpenländischen Raum besiedelt. 

Der Bau der Eisenbahnstrecke Augsburg - Ulm (1851 - 1854), die als bedeutende Verkehrsader die Gemarkung Freihaldens durchschneidet, erschloß dem Dorf den Zugang zur weiten Welt und entriß es seiner Abgeschiedenheit.  Die verhältnismäßig bald nach der Ortsgründung errichtete selbstständige Pfarrei besitzt in ihrer 1928/29 von Prof. Dominikus Böhm erbauten Kirche ein bedeutendes Zeugnis früher expressionistischer Architektur in Deutschland. 

Quelle: Karl Weichenmeier: Freihalden, Heimatbuch einer schwäbischen Gemeinde, Anton H. Konrad Verlag, Weißenhorn, 1978 



historische Aufnahmen:

Landkarten, Flur:

Ortsplan von Freihalden im Grundrißbuch um 1737, Johann Kaspar Klickh, Wettenhausen


Flurnamen


Luftbild Blickrichtung Süden, 2017


Eisenbahn:

Postkarte mit Bahnhof, um 1897


Bahnhof um 1920


Bahnunfall 1931


Dampfzug vor Skyline von Freihalden, um 1929


Posten 18 und Bahnhof, nach 1933


Pfarrkirche:

Skizze zum Neubau der Kirche, um 1925


Innenraum der Kirche vor 1929


Kirchturm und Kirchendach vor dem Umbau"


Kirchturm nach dem Umbau


Ansicht von Nord-Ost


Ansicht von Nord-West


Ansicht von Süd-West


Altarraum vor 1969


Altarraum nach 1968


Blick zum Altarraum


Blick zur Empore


Fenster der Südseite


Aufgang zur Empore


Zugang zur Empore



Patengemeinde Ars:

"Wer heute nach Freihalden kommt, findet an den Dorfeingängen neben den offiziellen Ortstafeln auch noch ein zweites Schild mit der Aufschrift: Verbrüderungsgemeinde Ars. Dies ist ein Hinweis auf die Partnerschaft, welche Freihalden mit dem weltberühmten Wallfahrtsort Ars sur Formans in Südfrankreich abgeschlossen hat, ein Beweis für die Aufgeschlossenheit und Weltoffenheit der einst so abgeschiedenen Ortschaft.  In dem französischen Dorf, etwa 35 Kilometer nördlich von Lyon gelegen, wirkte seit 1818 Johann Baptist Vianney als Seelsorger. Obwohl er erst später Seelsorger und Priester wurde, nachdem er als Hirte und Bauer sein Leben fristete, galt er dann als großer Beichtvater und Prediger. Als der "heilige Pfarrer von Ars" ist er heute in der katholischen Welt allgemein bekannt. 

Zu seiner Gnadenstätte pilgerte etwa 20 Jahre lang regelmäßig Eugen Rogg, ein alteingesessener Bürger Freihaldens. Durch seine vielen Besuche wurde er im Wallfahrtsort bekannt und beliebt und knüpfte viele Kontakte zu den Einwohnern. 1974 organisierte er eine Omnibusfahrt nach Ars, an der neben Bürgermeister Karl Mayer auch die Musikkapelle Freihalden/Oberwaldbach teilnahm. Die schwäbische Delegation wurde mit großer Herzlichkeit aufgenommen und trotz Sprachschwierigkeiten entwickelte sich so manche Freundschaft. Die Vertreter der beiden Gemeinden, Jean Claude Dupont und Karl Mayer, verschlossen sich daher nicht dem Wunsch ihrer Mitbürger, diese Beziehungen offiziell durch den Abschluß einer Partnerschaft zu besiegeln. Unermüdlich wirkte auch Eugen Rogg, der "Vater" dieser deutsch-französischen Begegnungen für ein Zustandekommen der Verbrüderung. Er wurde unterstützt von dem belgischen Abbè Paul Wolf, der häufig bei den Zusammenkünften der beiden Orte als Dolmetscher fungierte. 

Als die Franzosen am 13. September 1974 mit ihrem Kirchenchor Freihalden besuchten, waren sie begeistert von dem schmucken Dorf - die Gemeinde war damals gerade zum schönsten Dorf des Landkreises Günzburg gekürt worden -, von der Gastfreundschaft, die ihnen allenthalben entgegengebracht wurde und von der Landschaft. Die Bindungen wurden enger..."

Quelle: Karl Weichenmeier: Freihalden, Heimatbuch einer schwäbischen Gemeinde, Anton H. Konrad Verlag, Weißenhorn, 1978 



Vereine:


Quellen:

Diese Seite basiert auf frei zugänglichen Informationen über Freihalden, sowie: